Verehrte Anwesende, liebe Kameradinnen u Kameraden, liebe Gäste,
erst einmal auch von mir ein ganz herzliches Glück auf und Grüß Gott.

Für mich wäre es eigentlich einfacher jetzt nichts zu sagen, als eine Rede  halten zu müssen. Aber was sein muß, muß sein. Leider habe ich heute keine Fastenpredigt zu bieten, dazu ist der Anlaß zu gewichtig. Dennoch werde ich mich über eine etwas lockerere Vorbemerkung als sonst üblich, an die eigentlichen und wichtigen Themen heranschleichen.

Also… nun zuerst meine  Vorbemerkung:
Bei uns... im schönen Oberland im Allgemeinen und in den Straßen Penzbergs im Besonderen, oder am noch kahlen Stadtplatz aber auch beim dortigen Rentnertreff schlechthin, hört man immer wieder einmal ein geflügeltes Wort. Es gilt auch als klassische Ausrede für alles im Bayerischen nämlich:

Heut`  hat’s mich wieder.

Wir, die altbayerischen  Insider, wissen natürlich genau was damit  gemeint ist:
Es ist der Föhn.
Dieser aber ist nur eine vorübergehende Erscheinung, der geht wieder vorbei.
Aber.........
Mich hat’s heut wieder, und das hat auch was mit meinem heutigen Wohlbefinden zu tun... Und nun stehe ich da, mit einem Hut voller Aktualitäten und überlege mir:
Wie kriege ich jetzt die Kurve? Was hat das „heut hat’s mi wieder“ mit dem heutigen Tag zu tun? Was soll heute meine Botschaft sein, was will euch alles sagen?

Ich probiere es einmal so:
Da es sich um einen Jahres - Rechenschaftsbericht des 1.Vorsitzenden handelt, flechte ich mich als dieser heute auch einmal persönlich mit ein. Das ist es. So, nun hangele ich mich rüber - über dieses Verlegenheitsthema (?) zur Frage:
Wie bin ich eigentlich als Nichtbergmann zu euch gestoßen und die Beantwortung dieser Frage führt mich dann schon zu den eigentlichen Themen hin. Eine  Fragestellung allerdings, begegnet mir von unterschiedlicher Seite immer wieder:

Du warst ja gar keiner von denen, was willst Du eigentlich da?
Das bekomme ich häufig von unterschiedlicher Seite immer wieder zu hören.

So, wie das alles gekommen ist, das enthülle ich jetzt in der Vorbemerkung:
Es war Mitte  der achtziger Jahre im letzten Jahrhundert, da hat mich so ein „Heut hat’s mi wieder Infekt“ erwischt, aber es war kein Föhn.

So um anno 1986, im damals noch schönen Mallorca war es, dort nämlich wurde ich zum ersten Mal schwarz bestäubt. In der Folge dessen bekam meine, seinerzeit noch bergmännisch reine Seele, eine Menge schwarze Patinaflecken. Diese waren fortan nicht mehr zu tilgen und breiteten sich mehr und mehr aus.
So, Kameradinnen und Kameraden und... seitdem hat’s mi halt und plötzlich hatte ich, ohne es damals im Geringsten schon zu ahnen, eine  Bergmannszukunft!

Aber wie ist das alles gekommen?
Jetzt, is endlich a Ruah, meinte ich, als ich zum letzten Mal meine Bürotür hinter mir ziemlich erleichtert schloss,  um mein bewegtes Berufsleben dahinter ein für alle mal zurückzulassen. Dieses Klick vergesse ich nicht, denn es bedeutete ja einen endgültigen Abschluß eines innovativen und kreativen Schaffens.
Aber eine in Mallorca schicksalhafte Begegnung, genau gesagt war das in der Bucht von  Cala Santani, damals 1986, dort wurden jene schwarzen Staubpartikel in meine  Seele nicht mehr löschbar hinein gestanzt. Sie wurden zur Fläche und markierten einen wesentlichen Teil meines Weges und meines weiteren und heutigen nicht weniger innovativen „Unruhestandes“.

Was ist also in Mallorca damals passiert? Bei diesem Aufenthalt in der Sonne habe ich nämlich den Walter Knirzinger und seine Lilo näher kennen gelernt. Der Grund meines Aufenthaltes in Mallorca war zunächst ein ganz anderer. Yoga wollte ich bei der Uta üben, um meinen damaligen Berufsstress ein wenig zu dezimieren. Lilo und der Walter saßen im Restaurant bei lauschigen Abendtemperaturen mit uns an einem Tisch. Bei  abendlichen Gesprächen beim Vino Tinto,  lauschte ich mit zunehmender Faszination den Erzählungen über Walters Leben in der Schwarzen Zunft. Er schwelgte in seinen Erinnerungen und in höchst blumig mir dargestellten Bergwerkserlebnissen. Er konnte das mit seiner ihm eigenen urbayerischen Rhetorik, diese für mich damals ja sehr neuen Aspekte, unheimlich spannend rüberbringen. Er selbst brauchte auch Entspannung, denn er brütete damals mit einem enormen Verbrauch „an weißen Stäbchen“  an einem Vortrag, zu welchem Thema weiß ich nicht mehr. Aber dass deine Brille damals hin war, Walter, das weiß ich noch genau.

Als er dann meinen Beruf zur Kenntnis nahm, da war für ihn als intelligenten Menschen eines natürlich sofort klar geworden; den lass i net aus. Den kann i brauchen. Als Architekt, folgerte er absolut richtig, könnte der ja eine ganz gute und saubere Schrift haben. Damals lieferten wir Architekten ja noch keine Computer gezeichneten Pläne ab. Diese wurden noch häufig  von Hand beschriftet, die hatten  noch ihre individuelle und eigene Note. Zumindest galt das noch für die Entwürfe. Was soll ich also sagen, der Walter stand eines Tages mit einem Packen leerer Urkunden vor meiner Haustüre und fragte treuherzigen Blickes: “Du, Peter, taterst mer Du die da alle beschriften?“
Es waren so an die 30 Stück.
In einer Partnerbeziehung würde man sagen, da hat es gefunkt... und das, liebe Kameraden, war der erste intensive Kontakt zum Bergknappen Verein Penzberg. Wenn mir einer damals gesagt hätte, daß ich heute als sein Nachfolger hier vor Euch stehe, den hätte ich glatt für verrückt gehalten.

Anlässlich meines letzten runden Geburtstages, ließen mich ein gewisser Herr Vorreiter und ein eben solcher Herr Knirzinger, mit listigen Hintergedanken natürlich, über das Arschleder hüpfen und krönten mich mit einem Schachthut. Tja, was soll ich sagen, damit war meine bergmännische Zukunft über das Bauingenieurwesen und der Industrie-architektur hinaus, endgültig besiegelt. Und jetzt habt’s mi!
Und nun, Kameradinnen und Kameraden, das war jetzt die Ouvertüre. Ich muss nun zum eigentlichen Anlass des Rechenschaftberichtes kommen. Sonst wird daraus noch eine alternative Wahlkampf-Rede. Ich glaube die augenblickliche, politische Landschaft hier, färbt ab und ich merke es gar nicht.

Wir haben, liebe Kameradinnen und Kameraden, gemeinsam in den letzten Jahren so einiges erreicht. Die Stadt hat uns zu vielen Ereignissen hinzu geholfen, das wollen wir nicht vergessen, denn ohne dieses großzügige Entgegenkommen wäre vieles nicht realisierbar für uns gewesen. Dafür sind wir auch sehr dankbar.
Mir hat es Spaß gemacht, mit euch, liebe Kameraden, und mit der Stadt  zusammenzuarbeiten. Besondere Unterstützung von der Stadt Penzberg erhielten wir vor allen von unserem Bürgermeister Hans Mummert und dem Tom Sendl und seiner Mannschaft vom Kulturamt, denen gehört unser besonderer Dank.
Aber auch den Stadtrat will ich dabei nicht vergessen. Unsere Mitglieder Frau Geiger und Frau Fügener haben mit ihrem Beitrag zu unserer Jubiläumsveranstaltung 2006 großes geleistet.
Rückblickend finde ich es  immer noch Klasse, in welch offener Atmosphäre diese gedeihliche Zusammenarbeit über Monate hinweg lief.

So, nun darf ich den Schriftführer Heinz Mehltretter bitten, das Protokoll der letzten Mitgliederversammlung 2007 zu verlesen und dann geht es aber mit Schwung hinein in den Jahres-Rückblick 2007.

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Bevor ich mich nun mit anderen auch nicht weniger wichtigen Details befasse, schicke ich erst einmal ernste Worte voraus. Das Unangenehme immer als Erstes, dann hat man es hinter sich.

Im vergangenen Jahr wurde der Verein von einem höchst deprimierenden Begleit-programm betroffen, an das wir uns künftig gewöhnen müssen. Unser Verein und mancher von uns, war sicherlich auch im privaten Bereich mit zunehmender Umlauf-geschwindigkeit gezwungen an letzten Grubenfahrten teilzunehmen. Mancher von Euch hat auch einen nahe stehenden Freund und Kameraden, oder gar ein geliebtes Familienmitglied auf seinem letzten Weg begleiten müssen. Es ist für uns als Verein nicht nur ein solcher Verlust eines Kameraden menschlich immer sehr traurig. Auch geht mit dem Ableben eines solchen, so manches unersetzliche Wissenspotential, als unersetzlicher Verlust einher.

Für die Mitglieder-Bilanz unseres Vereines wird diese Situation so langsam nachdenkenswert... und das tue ich permanent.

An dieser Stelle appelliere ich  wieder einmal sehr an jeden Einzelnen von Euch,  tut auch etwas dagegen. Es ist offensichtlich nicht so einfach zu vermitteln, dass wir, um als Verein weiter existieren zu können, neue Leute brauchen.

Unser Museum ist eine wirklich eine gute Plattform, Menschen für uns zu interessieren. Wie oft musste ich erleben, dass so manche wirklich gute Gelegenheit einer evtl. Neuaufnahme man hatte einfach so verstreichen lassen.

Die Mitgliederwerbung ist künftig überlebenswichtig. Wenn wir diesem Zustand, des rückläufigen Mitgliederbestandes, weiterhin so wenig Beachtung schenken, dann kann jeder, der das kleine Einmaleins beherrscht, sich in aller Kürze ausrechnen wo unser Verein in 10 Jahren vielleicht steht. Dann liegt er nämlich am Boden. Das ist nicht unrealistisch.

Ein Lösungsvorschlag des Vorstandes, wie man dem evtl. auch begegnen könnte, kommt noch im Laufe meiner Ausführungen noch auf den Tisch. Wer vielleicht annehmen sollte, dass dieses zu erledigen vielleicht nur die alleinige Aufgabe des Vereinsvorsitzenden, oder die von den Vorstandsmitgliedern dazu ist, der ist da ganz gewaltig auf dem Holzweg.
Das ist schon die vitale Aufgabe aller. Und alle stehen hier in gleicher Verantwortung. Wir sitzen alle im gleichen Boot – und wir haben bereits jetzt schon einen bemerkenswerten  Tiefgang.
Außer der Tatsache, dass die meisten von uns würdige, ältere Herren sind, so haben wir doch keinesfalls einen Grund, uns in irgendeiner Weise zu verstecken. Das Gegenteil ist doch der Fall, Selbstbewusstsein ist angesagt.
Wir werden bei öffentlichen Anlässen, wenn der Kittel getragen wird, von allen Seiten doch höchst wohlwollend registriert. Nur wenige Orte haben ein solches Privileg, in dieser eigenen und wirkungsvollen Darstellung, sich zu präsentieren. In unserem Kittel schauen wir doch alle ganz toll und elegant aus!
Wer kann denn schon seine Tradition, in solch einer dekorativen Weise nach außen öffentlich, so positiv sichtbar machen? Sind wir doch stolz auf uns und selbstbewusst dazu.

Der finanzielle Aspekt ist eng damit verwoben. Ist ja irgendwie logisch. Der spielt natürlich hier auch ganz massiv mit. Unsere Beitragseinnahmen begleiten uns parallel zum aktuellen Mitgliederstand.
Die Rechnung ist ganz einfach, weniger Mitglieder, weniger Geld in der Kasse, weniger Möglichkeit fiskalischer Erfüllung von wichtigen Aufgaben und Pflichten zur Zukunfts-sicherung unseres Vereines. Mit Spenden, von denen ein Verein auch lebt, sieht es auch nicht so toll aus.

Noch etwas, was letztes Jahr meine vereinsspezifische Harmonie störte. Ich frage mich allerdings schon, wie es mit dem Bergknappenverein weitergehen soll, wenn bei manchem der bequeme Platz vor dem häuslichen Fernseher einer Teilnahme und einem  Besuch von Vereinsaktivitäten vorgezogen wird. Das betrifft z.B. vor allem den Besuch vom Stammtisch.

Frustrierend war es für mich aber schon sehr, wie zäh es ging, den Bus für unseren Vereinsausflug letztes Jahr nach Regensburg voll zu bekommen. Dass wir jedes Mal in großer Anzahl auf Externe, bei unseren Angeboten zurückgreifen müssen, ist nicht gerade rühmlich für einen Verein mit 180 Mitgliedern. Argumente wie: „Regensburg kenn i scho, da fahre ich nicht mit“, sind für den Organisator nicht gerade motivierend. So was wird in Zukunft von mir auch nicht mehr akzeptiert.
Wenn das noch einmal so unbefriedigend abläuft, dann gibt es von meiner Seite keine Bereitschaft mehr für eine Ausflugsorganisation. Denn da steckt eine Menge Arbeit und auch meine Zeit mit drin. Dann aber auch noch um Teilnehmer zu betteln zu müssen, nur damit der Bus voll wird und der Verein nicht draufzahlt, ist künftig bei mir nicht mehr drin. Außerdem ich betrachte das mehr als geringschätzig für mein persönliches Engagement, für meine Zeit und auch für meine Spesen.

Dieses Jahr am 28.06.2008 fahren wir nach Schwaz, um das Silberbergwerk zu besuchen. Das ist schon fest gebucht und ist ein sicherlich attraktives Programm. Mal sehen, wie die Resonanz dann da sein wird, es ist die Nagelprobe für mich. Es wird noch rechtzeitig öffentlich angekündigt, aber notiert schon einmal das Datum 28.06.2008, Abfahrt voraussichtlich 7:00 Uhr. Dieses Mal noch mit Fichtner. Sollte es ein nächstes Mal geben, dann wieder mit Plankensteiner. Beide sind ja Vereinsmitglieder.

Außerdem bat ich im letzten Jahr in der Mitgliederversammlung um Gestaltungsvorschläge für die weitere gesellschaftliche Vereinsgestaltung, auch für die Stammtische. Schätzen Sie mal was gekommen ist. Mit der Ausnahme von einem Mitstreiter, welcher ohnedies immer mittut, gar nichts, Fehlanzeige. Das ist halt viel zu wenig und absolut zu mager und kann auch nicht so bleiben.

Noch etwas stört sehr und stößt mir sauer auf:
Trotz vieler Aufforderungen in Versammlungen, ist es mit der Beteiligung an Beiträgen für unseren Glückauf-Boten auch immer das gleiche Bild. Auch hier sind es meistens stets die Gleichen die zu Wort kommen. Gerade sagte ich es, jede letzte Grubenfahrt läßt einen unwiederbringlichen Wissensschatz für immer verschwinden. Ich frage mich ist schon, ist das so manchem vielleicht alles gleichgültig? Hat er mit seiner Vergangenheit abgeschlossen, dass er von ihr nichts mehr wissen will? Das kann ich mir von einem früheren Bergmann nur schwerlich vorstellen. Oder besteht grundsätzlich wenig Interesse etwas zu hinterlassen. Alle sind wir doch einmal an der Reihe. Nach einem hoffentlich erfüllten Leben, kommt für jeden irgendwann die letzte Grubenfahrt. Keiner hat hier eine Daueraufenthaltsgenehmigung auf dieser Erde. Daher ist es jammerschade was da alles an Wissen ungenutzt mitgenommen wird und für alle Zeiten verschwindet.

Wenn auch der Michael Mayr unermüdlich und stellvertretend für viele sein umfangreiches historisches Wissen für die Nachwelt konserviert, was höchste Anerkennung und Bewunderung verdient, so bedeutet es noch lange nicht die Hände in den Schoß zu legen, so dass stadtgeschichtlich Wissenswertes unkontrolliert brach liegt -  und eines Tages ganz verschwunden ist.
Damit wäre das alles dahin, die Spuren eines schweren, aber auch reichen Lebens verwischt und  für alle Zeiten, ein für alle mal erledigt und auch irgendwann vergessen. Wollt ihr das eigentlich? Es ist eigentlich im Grunde zeitgeschichtlich verantwortungslos.

Daher mein Appell an Euch:
Ihr „alten“ ehemaligen Bergleute habt doch dieser Nachwelt so viel aus euerem Erlebens-schatz zu hinterlassen. Ihr ward doch etwas Besonderes. Denkt auch mal daran, uns in der Redaktion zu unterstützen. Uns würden schon Fragmente reichen, um dann einen Artikel daraus zu formen. Eigentlich müssten wir in Themenvorschlägen von Euch ersaufen, soviel habt ihr auf der Pfanne.
Läßt man das Redaktionsteam weiterhin so im Regen stehen, so kann unser zwischenzeitlich recht prominentes und  gerne gelesenes  Blättchen das nicht überleben.  Das sage ich hier in aller Offenheit, und dass ich jedes mal eine Themenbettelei anfange, das kommt künftig nicht mehr in Frage. Wir sind  keine Tageszeitung, die man abonniert, liest und dann entsorgt. Wir leben von der Teilnahme und der Mitarbeit der Gemeinschaft. Die Macher investieren sehr viel Zeit. Unser Blatt jedoch, hat inzwischen einen dokumentarischen Wert und ist mittlerweile wirklich sehr bekannt. Da drin hat ein  jeder die Chance für die Nachwelt etwas zu hinterlassen. Also nutzt diese große Chance doch auch. Der nächste Redaktionsschluss ist der 30.4. 2008, also spitzt die Griffel und macht mit.

Ich bin gespannt, ob etwas eingeht, denn davon muss ich das Erscheinen eines nächsten und auch die künftigen Glückauf-Boten abhängig machen.
Ich sage es noch einmal. Wir brauchen Beiträge aus allen Bereichen von euch. Aber vordringlich aus eurem reichen Erleben in der Grube und in unserer ehemaligen Bergwerksstadt Penzberg und da hättet ihr alle viel zu sagen. Der Manfred Kapfhammer ist immer und gerne bereit, sich Stunden lang von seinen ehelichen Pflichten, oder aus seinem Schrebergarten zu entfernen um die Gestaltung unseres Blattes zu übernehmen, was er super macht. An dieser Stelle unser Dank für Deine Arbeit lieber Manfred.
Wenn wir allerdings weiterhin zu wenig Material erhalten, so können wir halt auch nix schreiben und gestalten. Also helft alle mit, dass es auch weiterhin einen Glückauf-Boten geben kann.

Nun noch ein mir sehr wichtiger Punkt: Er betrifft unser Auftreten in der Öffentlichkeit.    Noch einmal - und ein letztes Mal greife ich das auf.
Offensichtlich sind wir in unserem Auftreten anlässlich einer Veranstaltung auf dem Berghaufen mißverstandenen worden, behaupte  ich mal hierzu. Ich sage es an dieser Stelle noch einmal in aller Deutlichkeit: Der BKV Penzberg, als gemeinnütziger Verein,  ist eine juristische Person. Er ist als solcher seiner Satzung verpflichtet. Damit ist er parteipolitisch neutral einzustufen. Ich kann das nur immer wieder neu bekräftigen und so steht’s auch drin in der Satzung. Damit ist das eine unverrückbare Eindeutigkeit und im Vereinsregister so hinterlegt. Danach verhalten wir uns ganz strikt.
Das hat in keinster Weise mit der politischen Heimat seiner Mitglieder etwas zu tun. Das ist selbstverständlich das Recht und die Privatsache eines jedes Einzelnen von uns und darf nicht durcheinander geworfen werden. Dieses  sind absolut zwei Paar Stiefel.
Aber, versuchte und vielleicht auch wichtigtuerische Kritik oder gar Einflussnahme, von irgendwelcher Seite und Farbe sie auch immer herrühren, die unser Vereinsgeschehen stören oder beeinflussen sollten, müssen draußen vor unserer  Tür bleiben.

Wir lassen es uns, wenn diese satzungsgemäße Neutralität gesichert ist, aber auch in gar keiner Weise und von wem auch immer vorgeben, wo wir auftreten und wo und bei wem wir als unabhängiger Verein uns präsentieren wollen. Das ist und bleibt ganz alleine unsere Entscheidung. Darüber wird vorher im Vorstand diskutiert entschieden und abgestimmt. Eine Gouvernante hierzu brauchen wir nicht. Wir sind alle bei Verstand, alt und lebenserfahren genug, um unsere Entscheidungen selbst treffen und steuern zu können.

Auch sage ich es an dieser Stelle ganz klar und deutlich, dass radikale Richtungen von welcher Seite sie auch immer kommen sollten, keinen Nährboden bei uns finden werden. Toleranz aber gegenüber andersartigen, oder andersgläubigen Mitbürgern ist bei uns Bergleuten schon immer eine Selbstverständlichkeit und schon immer in der Tradition  verankert  und dabei bleibt es auch.
Wieso sollte denn z.B. auch ein ehemaliger Bergmann oder ein an uns sonst Interessierter schlechthin, der vielleicht ein Moslem, orthodox oder sonst was ist, hier lebt und integrationswillig ist, bei uns keine Heimat finden?
Anständige Menschen haben alle einen Glauben und einen Anspruch akzeptiert zu werden und so es ist jedem seine Privatangelegenheit, wie er seinen eigenen Lebensentwurf umsetzt. Außerdem, existiert in der BRD ein Gleichstellungsgesetz! Darin heißt es, dass keiner wegen seiner Herkunft, Hautfarbe, Glauben und sexueller Ausrichtung diskriminiert und benachteiligt werden darf.
Darauf werde ich sehr achten. Allerdings: Bei reinen Atheisten, die an gar nichts glauben, da hätte ich schon ein Problem, da würden wir schon genauer hinschauen...
Soviel abschließend zu dieser mir sehr wichtigen Angelegenheit.

So, meine lieben Kameradinnen und Kameraden, lassen wir es damit bewenden, nur dem Engstirnigen platzt der Kragen, das war das Kritische, was gesagt werden musste. Denkt darüber nach und nun stelle ich den weiteren Verlauf meiner Ausführungen unter das Motto, es ist ein Zitat von Hartmann Schedel:

                „ Sammelt das Verstreute, damit es nicht verloren geht“

Am 24.02.2007 begann mit der Mitgliederversammlung mein drittes Arbeitsjahr als 1.Vositzender und das der neu gewählten Vorstandsmitglieder.
Die Zusammensetzung des Gesamtvorstandes nach der letzten Wahl verkneife ich mir, die dürfte ja mittlerweile bekannt sein außerdem war es vorhin im Protokoll auch zu hören. Dass wir meinen langjährigen Amtsvorgänger zu unserem Ehrenvorstand ernannt haben, das erwähne ich allerdings an dieser Stelle ausdrücklich gerne.

Damals wie auch heute haben wir ein „Lokalproblem“. Knapp drei Jahre waren wir Gäste des Glückauf-Stüberls und an drei Wirte mussten wir uns gewöhnen. Zum Zeitpunkt der Verfassung dieses Berichtes war schon wieder keiner da. Da es offensichtlich ist, dass  dort auch künftig und nach drei Versuchen keine Möglichkeit einer zukunftssicheren Planung zu erwarten ist, so haben wir die Reißleine gezogen und sind auch da wieder weg. Langsam werden wir zu einem gastronomischen Bergknappen und Wanderverein.
Auf folgenden Kompromiss haben wir uns dann alle schließlich geeinigt: bis auf weiteres finden die Vorstandssitzungen am 2. Donnerstag im Monat und die Stammtische am 3. Dienstag im gleichen Monat in unserem Museum statt. Beachtet aber auch den Aushang an der Sparkasse, oder das Internet.

Offizielle Termine wie Barbarafeiern und Mitgliederversammlungen versuchen wir in diesem Hause hier durchzuführen. Kommt also zahlreich zu unseren monatlichen Treffen in unser Museum. Durch zusätzliche Beheizungen haben wir dort für die Zeit unserer Anwesenheit ein heimeliges Klima geschaffen und die Stimmung da drunten ist sehr gut. Wer schlecht zu Fuß ist kann sogar bis vor die Haustüre mit dem Auto fahren. Wie gesagt, versuchen wir temporär erst mal so über die Runden zu kommen. Ich finde diesen Zustand gar nicht so schlecht, da haben wir wenigstens keine ungebetenen Zuhörer.

Über einen WC-Einbau ins Museum führten wir schon länger Gespräche. Das Problem zu lösen wäre längst fällig gewesen. Diese Nachrüstung wäre allerdings nur durch einen großen technischen Aufwand möglich gewesen. Das Entgegenkommen des Rektors der Realschule, Herrn Schädler und dessen Vertrauen zu uns, konnten wir uns eine große Geldausgabe ersparen. Wir können durch die Überlassung eines Schlüssels aus der Schließanlage die Toiletten im Erdgeschoß benutzen. Diesen verwaltet der Museumswart. Es muss allerdings sehr sorgsam mit diesem Schlüssel umgegangen werden, sonst wird’s teuer für uns. Damit ist sozusagen ein manchmal dringliches Problem für Männlein und Weiblein erst einmal vom Tisch.

Ärger gab es auf dem Friedhof im Frühjahr letzten Jahres. Das muss ich euch unbedingt berichten. Das Absenken unserer Fahne in der Aussegnungshalle am Sarg eines unserer verstorbenen Kameraden hat dort offensichtlich einer untergeordneten und sehr selbst-gefälligen Stelle vor Ort nicht gepasst und hat unseren Kameraden Staltmeier und seine Fahnenbegleitung unqualifiziert angemotzt. Es sei für die wenigen Sekunden dieser Fahnenabsenkung keine Zeit, absolut lächerlich! Dieser Sache habe ich mich natürlich umgehend angenommen. Unser  Bürgermeister hat dann auf meine schriftliche Mitteilung hin sofort angeordnet, dass unseren verstorbenen Kameraden auch weiterhin durch das Absenken der Fahne am Katafalk die letzte Ehre zu erweisen sei. Das wäre ja auch noch schöner! Sollte das noch einmal in dieser Weise vorkommen, wendet euch bitte dann sofort an mich.

Eine sehr wichtige Marketingaktion lief zu Beginn letzten Jahres an: Im Februar letzten Jahres wurde das heiße Thema Kohlenstraße aktuell und es folgten die ersten Diskussionen mit allen möglichen Stellen. Diese wirklich gute Idee ist vom Franz Fischer, der unermüdliche Motor aus Peißenberg. Die Kohlenstraße soll entlang der B472 von Miesbach bis Peiting verlaufen und die Orte berühren, oder auf diese hinweisen, welche einmal mit Kohle zu tun hatten – und die Tradition aus dieser Vergangenheit herrührend,  pflegen.

Die beteiligten Gemeinden haben diese wirtschaftlichen Impulse gut verstanden, aber auch deren zukunftsweisende Bedeutung und einen wirtschaftlichen Vorteil dazu erkannt. Um darüber Klarheit für den Stadtrat zu schaffen, bin ich mit dem Kulturreferenten Herrn Mock zum Franz nach Peißenberg gefahren um auf kurzem und direktem Wege die nötigen und wichtigen Informationen für den Penzberger Stadtrat und auch für unseren Bürgermeister dort einzuholen. Diese sollten auch als wichtiger Wissensvorsprung  für das kurz darauf folgende Bürgermeistergespräch wenige Tage später dienen. Wahrscheinlich  sind diese Vorgänge  augenblicklich auf dem steinigen Behördenweg und dann dauert das halt dann auch seine Zeit.

Mittlerweile hört man wieder etwas mehr davon und unsere Beteiligung daran ist natürlich nur davon abhängig, wie und ob wir als Bergknappenverein Penzberg hier eingebunden werden oder nicht. Reindrängen tun wir uns hier ungefragt nicht, aber wir sind bereit zur Mitarbeit.
Wir haben gemeint, mit dem ehemaligen Pulvermagazin könnten wir auch etwas für die weitere Traditionspflege tun. Aber der Aufwand hierfür wäre zu groß.

Nun kommt ein für mich sehr erfreuliches Thema:

Auch begannen wir uns im Frühjahr mit unserem Internetauftritt zu beschäftigen. Der Heinz und ich führten verschiedene Gespräche an unterschiedlichen Stellen. Bis sich eines Tages der Stefan Horn meldete und ganz bescheiden von sich gab, dass er so etwas auch kann und er sich hier wirkungsvoll Einbringen könne. Und was der alles kann! Als unser Finanzminister hat er wahrscheinlich erst einmal kritisch nachgerechnet, was so etwas fremd vergeben kostet und hat mit seinem Wissen dem Verein damit eine ganze Menge Geld gespart. Toll Stefan!
Jetzt haben wir was im Internet – und es ist herausragend was da alles zu sehen ist! Vor Deiner Arbeit großen Respekt, Stefan. Mein Schwiegervater als alter Fallschirmjäger–Offizier, sagte immer bei derartigen Anlässen in strammer Haltung: „ausspreche Anerkennung.“ Das tu ich mit Überzeugung jetzt auch. Unsere Internetadresse lautet: www.bergknappenverein-penzberg.de
Guckt einmal rein, so weit es euch möglich ist, ihr werdet staunen.
Auch an der Stadtapotheke sind wir auf dieser bewegten Tafel immer wieder vertreten. Hier hat der Heinz Mehltretter sehr erfolgreich seine Finger drin und verfolgt das weitere Geschehen.

Bitte habt alle Verständnis, dass ich mich ausschließlich und straff auf die Schwerpunkte der letztjährigen Arbeit beschränke, denn es ist sehr viel Wichtiges und Erwähnenswertes geschehen, was unbedingt eurer Information bedarf.
Als Folgendes kommt nun ein äußerst gewichtiges und umfangreiches Schwerpunktthema, es steht unmittelbar an. Ich bitte hier um besondere Aufmerksamkeit:

Es geht um die Zukunft und das Weiterbestehen unseres Museums. Ein Thema, das wir unbedingt angehen und lösen müssen, es geht hier um unseren Hauptwerbeträger und die damit zusammenhängende Überlebensstrategie.
Wir, der Vorstand, machen uns schon länger darüber Gedanken und nehmen diese Sache nicht leicht. Wir sind in unseren Vorstellungen zwar schon recht weit gediehen, wenn auch noch wenig entschieden ist.

Wir haben im Jahr so an die tausend Besucher der Mayr Mich wird uns das noch erläutern.  Diese Besucher in unseren kühlen und feuchten Katakomben sind, wie gesagt, häufig sehr überrascht über die gut sortierten Exponate. Sie bewundern und schätzen den Ausstellungsinhalt sehr, man braucht ja nur das Besucherbuch durchzusehen. Viele kommen immer wieder.
Sehr viele äußern sich höchst lobend, nicht nur alleine über die sehr gute Qualität der Führungsvorträge, sondern auch die unerwartete Vielfalt des Ausstellungsgutes in unserem Museum. Darauf können wir mächtig stolz und den Museumsschöpfern heute noch dankbar sein.
Nicht selten wird Unverständnis über den abgelegenen Standort laut. Kritische Stimmen mussten wir uns wiederholt über diesen, nur für Insider bekannten Standort unseres Museums, hinter und unterhalb der Realschule anhören. Es wird oft kritisiert, dass man  als Fremder oder Tourist uns da hinten kaum findet. Wie könne man diese wertvolle Tradition so negieren, musste ich hören, und diese so im aller  hintersten Eck buchstäblich vergraben. Da ist von außen ein gewisses Unverständnis darüber zu bemerken. Man hat sich ja dran gewöhnt. Mich wundert es sowieso, dass bei uns bei dieser nächtlichen Ungestörtheit, noch nicht eingebrochen wurde.

Es stimmt schon, im Augenblick ist halt die Realität noch so. Man war sich in der Vergangenheit der geschichtlichen Bedeutung unseres Erbes, das in unserem Museum so gut sortiert präsentiert ist, in der Öffentlichkeit bisher sicherlich nicht so bewusst, wie es das  eigentlich verdient  hätte. Eine Vielzahl der heutigen Stadtbewohner, vor allem die Neubürger, kennen unser Museum überhaupt nicht. Deshalb finde ich die städt. Planung eines Neubürgerempfanges als recht positiv, weil wir mit Sicherheit auch davon profitieren.

Auf den Punkt gebracht und kurz und deutlich gesagt: frühere Stadtveranwortliche haben dieses alles nicht so geschätzt, und ich denke, dass einige atmosphärisch aufgeladene, historische Altlasten aus der Vergangenheit, so einiges was uns betrifft, behindert und belastet haben könnte. Aber, ich meine, wir sind jetzt auf einem guten Weg der Besserung. Heute wird doch mehr anerkannt, bewundert und auch geschätzt, dass so, mancher ehemalige Bergmann sehr viel Freizeit über Jahre hinweg opferte und unentgeltlich mit seiner Hände Arbeit, einen nach meiner Ansicht enorm hohen ideellen Wert mit unserem Museum geschaffen  hat. Das verblüfft schon so manchen Besucher, wenn wir darüber berichten doch  sehr. Zum Beispiel war die Archivarin des deutschen Museums München hell begeistert was sie da, für sie so unerwartet, zu sehen bekam als ich sie durch führte. Sie fand das bei uns beinahe authentischer als das in ihrer Münchener Darstellung. Evtl. erhalten wir von der Generaldirektion des Deutschen Museums München irgendwann einen Besuch.

Auch einfache, aufrechte Menschen, das ist meine Überzeugung, hatten - zumindest war es früher so - eben das verständliche Bedürfnis, aber auch den absoluten Willen und den damit verbundenen berechtigten Anspruch, ihr Andenken zu bewahren. Heute ist das, glaube ich, so nicht mehr machbar, die Gründe sind unterschiedlich. Ich will mich nicht wiederholen.
Es war für sie ein Ideal und was diese Männer damals mit ihren körperlichen Möglichkeiten, ihrem Einsatzwillen und in ihrer Freizeit, als ganz persönlichen Einsatz für  unser Museum eingebracht und verwirklicht  haben, das muss in gutem Zustand erhalten bleiben.
Sie können auf das auf dem Konto Haben buchen und damit auf ihre dort unten sichtbar gebliebene Lebensleistung mit gutem Recht und mit Stolz hinweisen. Dieser Respekt  trifft im Besonderen auf die Bergleute zu die das Museum geschaffen haben  und die auch noch unten in der Grube waren. Die hatten noch das Bedürfnis, aber auch den Durchsetzungswillen, etwas Bleibendes zu hinterlassen. Bestimmt waren damals die Widerstände, diese Aufgabe zu vollenden nicht gering.

Lange Zeit, so wurde mir berichtet, sei diesen Kameraden diese ihnen zustehende Anerkennung für diesen Kraftakt des jahrelangen Museumsaufbaues nahezu versagt geblieben. Sie waren aber von dieser Aufgabe überzeugt, getrieben davon  und vollendeten mit aller Kraft und unter nicht immer leichten körperlichen Bedingungen ihr Werk. Es lief ja alles sozusagen unter Tage, fast unbemerkt im Verborgenen unter der Realschule, ganz hinten am Wasserstollen.

Auch die Öffentlichkeit merkte davon zunächst wenig von dem, was da hinten so wuchs.   Einige dieser damals beteiligten Kameraden leben heute nicht mehr, haben ihre letzte Grubenfahrt bereits hinter sich gebracht, dieser Kreis hat sich geschlossen. Sie haben viel Wissen mitgenommen aber vergessen werden und dürfen diese und ihre hohe Leistung, für Penzberg und unser Museum aber nicht! Auf gar keinen Fall.
Gut, heute sieht die Sache  etwas anders aus. Es wird langsam Licht am Ende der Strecke.
Viele von Euch und ich  auch,  betrachten wie gesagt das, was da mühsam gesichert, zusammengetragen, gesammelt und errichtet wurde  in einem gutem  Zustand zu erhalten, als eine Art Vermächtnis. Und das soll  auch sein, aber auch so bleiben. Die Bevölkerung  nimmt heute in der Tat deutlich mehr Notiz von uns.

Unsere Integration in der Penzberger Kulturwelt hat sich verstärkt. Diese vergangene und außerordentlich hochzuschätzende und heute gewiß nicht mehr so mögliche Leistung der Ehemaligen zu würdigen und in Ehren zu halten, ist schon aus diesem Grunde schon unsere hohe Pflicht. So ein Museum zu planen, zu gestalten und aufzubauen, das ist schon was, da gehört schon so einiges an Willenskraft und Sendungsbewußtsein dazu. Unser Museum ist und bleibt unsere künftige Hauptschlagader, so meine ich.

Unser  Bürgermeister Hans Mummert, da bin ich sicher, sieht das heute auch so. Denn für die Stadt ist das Museum ja etwas Bereicherndes und positiv in ihrer kulturellen städtischen Buchhaltung zu vermerken. Er hat dazu im Anschluss sicher etwas zu sagen. Ich schlage deshalb vor:
Diesen damals unermüdlich tätigen Kameraden mit einer Namenstafel, in unserem Museum angebracht, ein kleines Andenken zu gewähren und sie damit zu ehren. Das ist längst fällig, dafür gebe ich gerne den entsprechenden Geldbetrag frei.

Aber hauptsächlich schon aus diesen Gründen und unserer längst fälligen Museums-aufwertung, bin ich im Frühjahr letzten Jahres gerne einer Einladung der Stadt gefolgt, um an den weiteren, langen Sitzungen einer Projektgruppe namens Kulturarbeit und Erwachsenenbildung  teilzunehmen.

Hier konnte ich die Gelegenheit nutzen, auf unsere baurechtlich bedenkliche, unzureichende und bauphysikalisch unmögliche Raumsituation im Museum hinzuweisen. Für unser Ausstellungsgut herrscht bei uns ein absolut schädliches Klima. Ein Teil von euch hat diese  Protokolle ja gelesen. Wer an den Stammtischen teilnahm, war ebenfalls informiert. Daher: besucht zahlreich die Stammtische, dann erfahrt ihr auch etwas Aktuelles. Das anzustrebende Ziel war für mich vordringlich, an einem schlüssigen Konzept für die etwas nachholbedürftige Penzberger Kulturlandschaft teilzunehmen, mitzuarbeiten und als Traditionsträger hier mitzuwirken und uns hier mit einzubringen. Dabei wurde u.a. über Raumprogramme heiß gerungen. Atemberaubende Vorstellungen über Raumbedarf unterschiedlicher Institutionen nahm ich staunend zur Kenntnis.

Für mich jedoch, war es absolut wichtig und zielführend, mit unserem Raumbedarf glaubwürdig und mit dem Anspruch auf dem Teppich zu bleiben.
Eine realistische, ca. 550 - 600m2 umfassende reine Museumsfläche, im Gegensatz zu den jetzt genutzten 330m2 Museumsfläche incl. Nutzfläche, einschließlich Treppenabgang, wie sie uns jetzt zur Verfügung stehen und die wir jetzt nutzen können, war dort anzumelden. Das alles sollte sich natürlich möglichst wieder in einem Untergeschoß  befinden, um den Bergwerkscharakter authentisch zu erhalten.

Dieses Mal muss das aber in bauvorschriftsmäßigen,  museums- aber auch behindertengerechten Räumen und in einem bauphysikalisch geeigneteren Umfeld realisiert werden können. Wir unterliegen mit unserem Museum der Versammlungsstättenverordnung, da gibt es ziemlich strenge Auflagen. Aber denkt auch an das vorhin erwähnte Gleichstellungsgesetz.
Modellfrage: wie gehen wir heute damit um, wenn ein Behinderter oder Rollstuhlfahrer  unser Museum besuchen will. Da könnte manche Peinlichkeit auf uns zukommen. Sollen  dann unsere teilweise achtzig jährigen Museumsleute die herunter tragen und später wieder  rauftragen? Wir können froh sein, dass die Gesunden schon ohne körperlichen Schaden in unser Museum kommen können.
Das Treppensteigungsverhältnis am Eingang zu uns runter ist schon für Nichtbehinderte recht gewöhnungsbedürftig, das sage ich hier vorsichtig. Man darf dabei ja auch nicht vergessen, dass wir auch heute noch dem Wohlwollen des Landkreises ausgesetzt sind. Das ist doch bekannt, dass wir da auf dünnem Eis stehen. Ich befürchte zwar nicht, dass es einmal einbricht, oder ob wir behördliche Auflagen bekommen, aber man weiß ja auch nie wie in 10 Jahren vielleicht einmal die Aktien stehen, und wie die Karten dann von allen Seiten neu gemischt werden.

Es ging bei diesen langen Sitzungen, schließlich auch dann um Standortfragen und ihr habt es sicher in der Zeitung gelesen, daß sich nun der alte Schlachthof so langsam als solcher herauskristallisiert. Mal sehen was passiert. Ein paar Tiefenschürfer werden sich dann schon wieder einmischen, um ihr Pseudowissen in den Medien per Giftspritze in Form von fragwürdigen Leserbriefen in den Umlauf  zubringen. Das kennen wir ja. Wenn wir dabei nicht angegriffen werden, kann das ja unbeachtet bleiben. Wie damit umzugehen ist, sollte man uns angreifen, das wird sich dann schon zeigen, wenn es so weit ist. Die ersten Anzeichen sind allerdings schon spürbar.

Die vergangene international sehr beachtete Campendonk-Ausstellung mit über 6000 Besuchern im Stadtmuseum, hat jedenfalls den Prozess des kulturellen Nachdenkens hinsichtlich der allgemeinen Museums und Kulturlandschaft in Penzberg aber spürbar beschleunigt. Auf die Besuchsfrequenz für unser Museum hat sich die auf Grund des Themenunterschiedes das allerdings kaum ausgewirkt.

Eines liegt mir bei einem Standortwechsel in diesem Zusammenhang dabei sehr am Herzen, das ist die Idee eines Kinder-Bergwerkes. Das Thema spreche ich heute erstmals öffentlich an.
Ein Kinderbergwerk, das wäre eine Aktionsstätte, für die Jüngsten unter uns. Für die in einer üblichen Museumsplanung, oft zu wenig Platz reserviert wird. Und wenn einer eingeplant ist, sind es meistens langweilige Spielecken. Weil die Planer an dieses Grüppchen und ihre Bedürfnisse zu wenig denken.
Oft sind Familien mit Kleinkindern in Museen aus diesem Grunde wenig präsent. Wenn ja, dann stehen die Eltern unter Strom.Die Besuchsfrequenz in den Museen, wäre aber mit einer derartigen Einrichtung sicher spürbar zu erhöhen. Die Peißenberger machen es mit einer Bockerlbahn und haben großen Erfolg damit.
Außerdem gibt es eine bundesweit, neue Familienpolitik in welcher dem Kindeswohl jetzt eine hohe Priorität eingeräumt wird. Mit diesem Pfund könnte ja gewuchert werden. Auf diesen Zug sollte man ungeniert aufspringen. So eine Einrichtung ist für die Popularität eines Museums eine Riesenchance. Wenn Eltern ihren Nachwuchs gut beschäftigt und betreut wissen, können sie in Ruhe eine Ausstellung genießen. Die Kleinen gehen dann auch gerne mit hinein ins Museum weil da was los ist. Der Erlebnischarakter ist bei einer solchen Einrichtung der Schlüssel zum Erfolg mit Kindern.
Der Gewinn an der Sache wäre auch, Kindern wäre spielerisch schon  frühzeitig eine Nähe zu kulturellen Einrichtungen und zur Tradition  angeboten. Sie könnten damit zeitig und sensibel unter museumspädagoischer Anleitung an die hiesige Tradition herangeführt werden.
Dafür könnte man dann gewisse Tage im Monat reservieren und einen Museumspädagogen wie den Herrn Sterna, der anläßlich unseres Kindermuseumstages bei uns schon bekannt und einmal jährlich erfolgreich tätig ist, wirkungsvoll einsetzen.

Wir haben ja schon gewisse Erfahrungen mit diesen Kinder-Museumstagen in unseren jetzigen Räumen und wir konnten es hautnah erleben wie begeistert die Kinder mittun, wenn sie richtig motiviert und geführt sind.
Möglicherweise haben wir hier als Verein sogar schon ganz unbewusst Pionierarbeit geleistet, wir sind also gar nicht so „angestaubt“ wie man vielleicht annimmt. Nicht nur die Wirtschaft hat die Kids als Zielgruppe schon entdeckt, wir haben das schon lange hinter uns.

In Ruhpolding ist so ein Kinderbergwerk zu finden, dessen Konzept und Entstehen ich fachlich begleiten durfte. Das Thema ist allerdings dort ein anderes. Hier geht es um Zwerge und ihren Tagesablauf.  Für die Kinder sind viele Eigeninitiativen dort vorgesehen und verwirklicht. Die dürfen hier richtig etwas tun. Ich empfehle es sehr jedem Opa oder Oma, aber auch jungen Eltern dort mal mit den Kindern hinzufahren. Da kann man zumindest als Großeltern schon gute Pluspunkte bei den Enkeln einfahren.

Mir war es aber sehr wichtig, um mit dem Frieder Mock, im dortigen Märchenpark, dann ein solches, nach dem System Cupola aufgebautes Bauwerk, künstlerisch gefinisht, anzusehen. Es war eindrucksvoll festzustellen wie ein Kindermuseum, in dem sich etwas bewegt und man dort auch selbst etwas tun oder bewegen kann, sehr gut – und das nicht nur von den Kindern, angenommen wird. Herr Mock als Pädagoge war sehr beeindruckt und hat sehr viel dokumentiert. Das Material ist bei ihm archiviert.

Ich stelle also die Frage:
Gibt es eigentlich in unserem Umgriff, überhaupt ein kinderfreundliches Museum? Für Kinder ist dort doch alles furchtbar groß, ruhig, distanziert, fern, unnahbar und verstaubt, nix darf man. Immer muß man still sein. Wir hätten hier eine gute Chance zu nutzen. Aber wenn so eine Aktiveinrichtung angeboten ist, dann könnte auch deren erster Eindruck von einer Kulturstätte durchaus für die Kleinen freundlicher sein und von denen bereitwillig mental angenommen werden. Von deren Seite wäre sicherlich dann auch der Wunsch von regelmäßigen Wiederholungsbesuchen zu erwarten.

Mit Interesse nahm ich zur Kenntnis, dass die rote Farbe im Stadtrat, diese meine Anregung ins Wahlprogramm aufgenommen hat. Es wäre gut, wenn die anderen Farben das auch täten. Die reden auch ständig in jeder Menge von Familienpolitik, nur höre ich von wirklich erkennbar neuen Ideen dazu wenig.

Kurz noch einmal zum Standort:
Positiv und wirtschaftlich wäre beim evtl. Neuprojekt am Schlachthofgelände oder wo auch immer einzubringen, z.B. die gemeinsame Nutzung von Räumen wie Heizung, Haustechnik, WC-Anlagen, Museumsshop, Büro usw. Das heißt auf Neudeutsch ‚Synergie‘.
Fachliche Betreuungen und Führungen wären gut zu koordinieren. Öffnungszeiten könnten abgeglichen werden. Führungspersonal könnte geschult werden und mehrfach und flexibel eingesetzt werden u. v. m.

Die Penzberger Kulturlandschaft im Einklang mit der Kohlenstraße wäre eine ganz andere, eine ganz neue, eine begeisternde, eine ganz moderne. Aber dies alles ist noch eine Vision und zunächst noch ein wenig weit weg.
Auch für die Stadt Penzberg selbst, ihrer Geschäftswelt und ihrer Gastronomie, würde das sicher einen attraktiven, auch wirtschaftlich interessanten Anschub bedeuten.

Warten wir es ab, was kommt, reichlich Zeit zum Trödeln ist nicht. Denn die fachlichen Wissensträger für eine Museumsplanung haben auch nicht das ewige Leben. Sollte es der Stadt damit wirklich ernst sein, so meine ich, wäre so langsam schon heute eine fachliche Grundsicherung erforderlich.

Zu diesem Block gehört natürlich ein weiteres höchst überlebenswichtiges Thema. Es geht im Gefolge um unser Museumsinventar. Es ist nicht ohne Wert wie wir alle wissen. Aber noch viel wichtiger ist der ideelle Wert dessen. Mühsam und einst unter großen Opfern gesammelt und sichergestellt, bis heute liebevoll gepflegt, soll es für die Nachwelt auch so wie es ist, erhalten bleiben.
Es verdient auf gar keinen Fall eines schönen Tages in irgendeinem alten Schuppen vielleicht zu vergammeln. Oder gar aus dem Zusammenhang gerissen und irgendwann vielleicht verhökert oder verschleudert oder gar verschrottet zu werden. Nichts ist unmöglich, heißt es so schön.

Es ist in unserer Satzung zwar niedergelegt, dass die Stadt Penzberg unser Erbe einst antritt, aber so richtig offiziell ist bisher nach meiner Kenntnis, nichts vereinbart, das steht halt einfach so da drin. Jeder kann bekanntlich ja ein Erbe auch ablehnen. Wer weiß denn schon, ob ein übernächster Bürgermeister - oder eine noch fernere Stadtratsgeneration, noch so bergwerksfreundlich und traditionsbewusst wie die derzeitige eingestellt ist.
Oder es wird vielleicht eine bestehende  Museumsneuplanung aus welchem Grund auch immer, geändert, umgeworfen oder gar zu den Akten gelegt. Ein entsprechendes Beispiel, ist als Provinzposse bei uns ja derzeit zu erleben.
Das sage ich natürlich ohne jede parteipolitische Stellungnahme. Da muß ich schon aufpassen. Aber es ist beispielhaft, wie schnell eine vermeintlich abgeschlossene Planung umgeschmissen werden kann. Das kann ganz schnell gehen, wie man es jetzt eindrucksvoll vorgeführt bekommt. Es sind daher sehr rasch zwingende Sicherungsmaßnahmen  erforderlich.

Das Durchschnittsalter in unserem Verein beträgt 70 - 72 Jahre. Da beißt die Maus keinen Faden ab, es ist so. Wie wir eingangs zur Kenntnis nehmen mussten, ist die Tatsache dass die Umlaufgeschwindigkeit der letzten Grubenfahrten in 2007 auch bei uns immens zugenommen hat. Heuer haben wir auch schon wieder damit angefangen.

Diese Thematik aber, steht natürlich auch logischer Weise im direkten und im zwingenden Zusammenhang, was mit unserem späteren Erbe geschehen soll, das wir zu vergeben hätten.
Falls das vorhin geschilderte Szenario einmal so eintreten sollte, dann ist es aber absehbar wie das Amen in der Kirche, dass über unsere Exponate einmal verfügt wird, wenn wir alles so belassen wie es heute noch ist.
So, und aus dem Gefühl hoher Verantwortlichkeit und mit einem Blick in die Zukunft, haben wir uns per Abstimmung im Gesamtvorstand entschlossen, die ausgestreckte Hand der Stadt zu ergreifen und deren Angebot mit unserem Inventar, der noch zu schaffenden Kulturstiftung beizutreten, wenn diese bereit steht. Einmal muß es eben sein. Wir haben juristisch ausgedrückt zunächst eine sog. Willenserklärung abgegeben.
Unter der schützenden Decke einer Stiftung ist unser Inventar, nämlich dann von öffentlichem Interesse und damit für alle Zeiten gesichert. Es bleibt in seiner Gesamtheit der Nachwelt so wie es ist, und wie wir es wollen, auch erhalten. Das ist eine unserer Hauptbedingungen.

Die Stadt hat faire Bedingungen zugesagt, über die verhandelt werden muß und auch wird. Ich bin sicher, dass wir auch im Hinblick auf unsere zu erwartende finanzielle Situation und auf Grund der rückläufigen und absehbaren Mitgliederentwicklung vor allem im Fachbereich – die echten Bergleute werden ja immer weniger – für die  kommenden Jahre, die richtige Entscheidung trafen.
Ich muss euch allen sagen, dass ich darüber sehr erleichtert bin.
Es wird einen Stiftungsrat geben der natürlich auch von uns dann besetzt ist. Vielleicht können der Hans oder der Tom diese Ausführungen später noch ergänzen. Unsere wertvollen Exponate präsentiert in neuen Räumen, wären dann nicht mehr den jetzigen, höchst ungünstigen bauphysikalischen Bedingungen ausgesetzt sein. Nur um einige wenige zu nennen, dies nur wegen der allgemeinen Klarheit:
nicht lüftbare Räume, hohe relative Luftfeuchten bis 80% im Sommer, keine Wärmedämmung an Wand und Böden, dadurch immer kalte Füße. Allein diese Tatsache geht mit der Versammlungsstättenverordnung schon nicht konform. Kein Rauch– und Wärmeabzug. Fluchtwege, na ja!
Denkt auch an die Wassereinbrüche vergangener Jahre welche Schäden wir da zu tragen hatten. Selbst bei normalen Niederschlägen läuft im Eingangsbereich das Wasser die Wände runter.
Das alles setzt unserem wertvollen Inventar schon sehr zu. Die Heizung ist täglich und hauptsächlich bei unserer Anwesenheit bereits abgesenkt. Klar, die ist ja auch nicht für uns gedacht, sondern ist für die Schüler da. Wir sind da oft auf die Kirchnersche „Flüssigzusatz-Heizung“ angewiesen. Auf die ist immer Verlass. Schon alleine aus diesem nicht immer gesunden Grund ist ein Handlungsbedarf vorhanden, man muss rechtzeitig tätig werden.

Die hohe, eben geschilderte Leistung unserer Vorgänger, wäre wie gesagt über die Stiftung gesichert und erhält dann auch die von mir und sicherlich auch von euch erhoffte zustehende Wertschätzung für die Zukunft. Denkt an den Linke Hans und den erst kürzlich verstorbenen Lenk Toni stellvertretend für die und die vielen anderen, die unsere Sammlung konzipierten und aufbauten. Denen und allen anderen Beteiligten sind wir es schuldig, dass alles was zum Museum gehört auch so erhalten bleibt so wie es heute vorhanden ist.

Viel Wasser wird da sicherlich noch den Säubach runterfließen bis es so weit ist. Wir jedoch sind aber dann darauf vorbereitet wenn die Zeit gekommen ist und können nicht überrascht werden. Wir, die heute noch Lebenden, haben dann der historischen Vergangenheit, aber auch wie gesagt, unserer Pflicht gegenüber denen damit eng verbundenen Menschen aus dieser vergangenen Bergwerkszeit genüge getan. Wir haben ein gutes Gewissen ihnen gegenüber und sichern damit die Zukunft unseres Erbes, auch zum Wohle unserer Stadt und ihrer heutigen und künftigen Einwohner.

Liebe Kameradinnen und Kameraden! Über ungelegte Eier wird zwar am lautesten gegackert, aber dieser Weg ist nun markiert. Wir sind Vorbereitet. Wenn man uns auffordert sind wir dabei. Sicherlich werden das Museum und seine Exponate längere Zeit überdauern. Aber unser Verein wie er sich heute darstellt, er geht irgendwann dahin. Realistisch gesehen sind wir auf Grund des Durchschnittsalters ein Auslaufmodell. Unser Museum und sein Inventar aber sollen uns ja überleben. Wir wollen nicht mit angezogener Handbremse vorwärts stürmen. Daher müssen die Signale frühzeitig auf freie Fahrt stehen.

Um all diese großen Aufgaben bewältigen zu können, denken wir auf Grund unserer Altersstruktur an die Installation eines neuen Museumsvereines oder ähnlich benannt, mit veränderten Zielen. Darauf will ich am Schluss meiner Ausführungen näher eingehen.

So, das waren die wichtigen Themenschwerpunkte, jetzt kommt noch die Routine:
Es folgen nun in ungeordneter Reihenfolge die Ereignisse, an denen wir jährlich teilnehmen und als Verein öffentliche Präsenz zeigen. Sie haben statistischen Wert, sind zwar wichtig und werden nur kurz angesprochen:

Wir nahmen also teil am

  • Karfreitagsgottesdienst in der evangelischen Kirche. Heuer mit Frau Bergmann
  • Fronleichnams Gottesdienst mit Prozession in der  kath. Kirche
  • Barbarafeiern in Großweil und Peissenberg.
  • Kohlenschuß des schwarzen Blocks – 2. Platz!
  • Fahnenabordnung am Volkstrauertag.
  • Leonhardifahrt nach Benediktbeuern, mit einem besonders schönen Wagen (Schorsch)
  • 125. Gründungsfest und 25jähriges Bestehen des Interessenkreises Bergbaumuseum in Hausham mit starker Mannschaft am 17.06.07
  • Vereinsausflug nach Regensburg und Kloster Weltenburg – im Glückauf-Boten ausführlich beschrieben. Ende Juni
  • Advents-Kaffee im Café Lugauer Benediktbeuern. 2006 als Alternative zur Barbarafeier eingeführt. Dieser Neueinrichtung bleiben wir bis auf weiteres treu. Künftiger Beginn ist 15:00h. und Schluss um 18:00h und das wieder an einem Freitag im Advent. Auch den Bustransfer nach Benediktbeuern wollen wir weiterführen.

Zu betonen ist noch einmal die starke Inanspruchnahme unseres Vereines bei letzten Grubenfahrten. Daher Danke vor allem Schorsch und seinen Fahnenbegleitern für ihren Einsatz draußen auf dem Friedhof.

Unser Verein hat sich im Stadtmuseum sehr am organisatorischen Gelingen der viel beachteten Ausstellung: „Rausch und Reduktion“ verdient gemacht, indem er während der ganzen Ausstellungszeit Aufsichtspersonal bereitstellte. Dafür der Dank vom Verein und auch von mir an die beteiligten Kameraden. Es war eine sichtbare und gute Öffentlichkeitsarbeit.

Wir werden künftig die Barbara Rallye entzerren und zu einem früheren Zeitpunkt an einem Sonntagvormittag schon beginnend, diesen Tag begehen. Wir werden nach dem Gottesdienstbesuch über Mittag feiern so, dass die Auswärtigen die Gelegenheit haben noch bei Tageslicht im Winter sicherer heimfahren zu können. Auch dazu sind Vorschläge erwünscht.

Ein schöner Jahresabschluß ist für mich immer unsere Barbarafeier. Am 7. Dezember hatten wir in diesen Räumen hier, einen besinnlichen Abend. Herr Pfarrer Kirchensteiner hat diesen feierlich mit einem Gottesdienst zu Ehren der heiligen Barbara begonnen.  Leider war er abends nicht dabei. Die Hoanzler Stubenmusi und ein Vortrag von Frau Dr. Drexel über den Strukturwandel in Penzberg umrahmten diesen schönen Abend.

Jetzt ein paar Steiflichter:

Am 21.03.07 wurden die Kameraden Gerhard Kirchner, Lothar Bleier und Toni Leinweber für die langjährige und verdienstvolle Vereinsarbeit in der Stadthalle von der Stadt geehrt.
Ein paar Tage vorher hatten der Hans, der Heinz und ich das Vergnügen mit dem Hans Wiedemann in Ralley-Manier nach Theuern zu düsen, um wieder eine recht belanglose Jahreshauptversammlung des Landesverbandes mitzuerleben. Es war wie immer eine Pflichtübung. Meistens ist dort das Mittagessen recht gut.

Am ersten Mai bereicherten einige Kameraden von uns die Maibaum-Aufstellung an der Stadthalle.

Das absolute Highlight 2007 war aber der Besuch des Deutschen Bergmannstages in Sulzbach-Rosenberg. am 8 Juli. Wir sahen viele außergewöhnliche Bergmannstrachten. Manche sahen aus wie der Mozart in seinen besten Jahren.
Es war schon sehr interessant was es da alles zu sehen und zu hören gab. Wir nahmen am 4,5km langen Festzug teil. Der Franz Kreisel hat die Fahne unverdrossen getragen und hat dabei ganz fürchterlich geschwitzt. Für uns alle war das ein erlebnisreicher Tag, wenn auch die Organisation dort recht zu wünschen ließ. Aber wir sind gut zurechtgekommen.
Unser Stefan  ist nicht nur ein guter Finanzminister und Organist, er erstellte auch noch in seiner knappen Freizeit ein hervorragendes Bildmaterial von den Penzberger Bergwerkserinnerungen. Dieses war für eine Dokumentation für das deutsche Bergbaumuseum in Bochum zu erstellen. Sie können das tolle Bildmaterial im Internet bewundern. Sie werden überrascht sein!

Aus terminlichen Gründen war eine Teilnahme unseres Vereines am Ferien-Programm der Stadt dieses Mal nicht möglich. Vielleicht geht es heuer wieder.

Am 20.05.07 veranstalteten wir wieder wie ein Jahr zuvor in unserem Museum den internationalen Museumstag für Kinder. Heinz und Hans warben wieder im Kittel auf den Schulhöfen dafür. Der Museumspädagoge Herr Sterna aus WOR und seine Tochter beschäftigten die Kinder mit allen möglichen thematischen Bastelarbeiten, bei mir durften sie malen. Es ist immer wieder erstaunlich, was dabei jedes Mal an interessanten Arbeiten herauskommt. Einen künftigen Jung-Bergmann haben wir auch gewonnen, ungefähr acht Jahre alt. Nur die Brennsuppen von der Meierin hat dieses Mal sehr gefehlt.

Wir sind mit dem Museum, dem Pilot-Projekt der Deutschen Bahn AG „Klasse unterwegs“ beigetreten. Hier werden bayerischen Schulklassen Ausflugsziele wie Museumsziele angeboten.

Am 22.07.07 wurde die Fußball-Marie, ein Projekt des Kulturförderkreises Penzberg eingeweiht. Über 100 Namen von im ersten Weltkrieg Gefallenen sind dort eingemeißelt. Es handelt sich vorwiegend um Bergleute. Details können ebenfalls dem letzten Glückauf  Boten, der auch im Internet zu finden ist, entnommen werden. Da ist ein ausführlicher Bericht vom Frieder Mock veröffentlicht.

In diesem Zusammenhang möchte ich an die vor kurzem erwähnte Kohlenstadlschix als Figürchen erinnern. Man soll ja auch die Frauen im Bergwerk, wenn auch nicht unter Tage tätig, auf keinen Fall vergessen. Der Denkmalschutzverein hat auch ein Interesse und eine eventuelle Mitwirkung an dieser Idee bereits signalisiert.

Am 14.10.07 beteiligten wir uns an den Feierlichkeiten zum 120 jährigen Bestehen des Glückauf Chores mit 10 Mann. Wir Teilnehmer erlebten dort einen etwas sehr gedehnten Tag. Wir konnten die vormittägliche Langeweile, mit einer Führung durch unser Museum für die auswärtigen Sangesbrüder etwas lindern. Aber am Nachmittag wurde es dann schon lebendiger.

Wegen der Lokalsituation in P. konnte von der Lilli Brandl das geplante Schafkopf-Rennen abermals nicht durchgeführt werden. Wir werden das für heuer im Auge behalten.

Am 27.10.07 folgten wir in kleiner Besetzung einer Einladung der Frau Reineke, der Archivarin im Deutschen Museum München. Wir waren von der uns dargestellten Größe und Reichhaltigkeit des Archivs und der Bibliothek und deren Präsentation durch die Archivarin Fr. E. Reineke. sehr beeindruckt. Bei Interesse könnte ich eine Wiederholung mit max. 15 Leuten noch einmal organisieren.

Am Donnerstag dem 15.11.07 konnte schließlich der länger schon geplante Bergbaurundweg feierlich eingeweiht werden. Wir hatten eine kleine Feier vor Ort mit kirchlicher Weihe. Es war in der Presse davon zu lesen. Auch ein recht obskurer Leserbrief dazu war leidenschaftslos zur Kenntnis zu nehmen.
Es schneite sehr stark, so dass die Weißwürst hier in der Schönen Aussicht nicht so lange warten mussten. Als Gäste konnten wir Kameraden aus Hausham und Peißenberg begrüßen. Das Gesamtbild war sehr eindrucksvoll. Es gibt zum Rundweg eine Broschüre bei der Stadt, verfasst vom Mayr Mich mit den gut beschriebenen 13 Stationen. Der Verein plant im Frühjahr bei schönen Wetter seinen eigenen sog. intern gesellschaftlichen Rundweg als Spaziergang zu den einzelnen Stationen. Dann wird man diesen anschließend natürlich mit abschließender Brotzeitvernichtung und Bierverdunstung beenden, so nehme ich das einmal, vorsichtig positiv gedacht, an.

Abschließend darf ich noch unsere Neumitglieder begrüßen es sind:

Frau Schreyer, Frau Dr. Wehner, Frau Berger und die Herren Gerard, Grubert, Sulzbacher, Walter und Yerli.

So, Kameraden, das war es wieder einmal. Einen Haufen Zeug haben wir 2007 bewegt und zum großen Teil auch erledigt. Man glaubt es kaum, was so ein kleiner Verein alles so schiebt. Das meiste im Leben ist halt eine Bringschuld und keine Holschuld und da haben wir im Vorstand uns gewiss keinen Jahrmarkt der Eitelkeiten geleistet

Habt Verständnis für die offenen Worte. Laßt uns alle nach vorne blicken und nicht stehen bleiben. Seid alle stolz auf eueren Verein und die mit ihm verkörperte Tradition und haltet ihn unbedingt am Leben, denn es lohnt sich.

Zum Schluss noch einmal kurz etwas in eigener Sache. Meine Amtszeit währt noch 1 Jahr. Unser Verein, speziell die Vorstandschaft müßte sich eigentlich verjüngen. Das gilt natürlich auch vordergründig für mich. Ich trage mich das eine oder andere Mal mit dem Gedanken den Vorsitz im nächsten Jahr evtl. abzugeben. Aber wenn ihr es wollt, dann mache ich noch eine Runde.
Noch habe ich ein Jahr Zeit zum Nachdenken.  Ich sah mich stets als sog. Übergangspräsident. Aber es gehört zur Zukunftssicherung unseres Vereines und unseres Museums, kurzfristig eine generationensichere und jüngere Führungsmannschaft aufzubauen. Das ist für uns absolut überlebenswichtig und hat erste Priorität.
Auch soll das vorausblickend ein Fundament für alles das sein, was ich euch an Zukunftssicherungen, versucht habe zu erläutern.

Daher denke ich, und die derzeitigen Vorstandsmitglieder tun es auch, wäre all diese Problematik, vielleicht mit einem neu zu gründenden Museumsverein oder wie immer so eine Neueinrichtung firmieren mag, mit einer ganz anderen, neu formulierten Aufgabenstellung und Zielen und mit einer vollkommen neuen, aber auch jüngeren Mitgliederstruktur, vor allem im Vorstand, zukunftssicher und gut zu lösen. Die alten Bergleute werden in einer beratenden Funktion hier unverzichtbar sein und dabei dringend benötigt. Die Geschäfte hingegen sollten die Jüngeren führen und verantworten.
Damit heißt es klug zu überlegen und sensibel umzugehen, denn bei Nachfolgern soll man bekanntlich auch an die Folgen denken, ich denke aber die Zeit dazu wäre da und reif. Die Weichen müssen aber jetzt schon gestellt werden in, ein paar Jahren ist es womöglich schon zu spät.
Dies alles allerdings wäre jedoch, als zielorientierte Strategie ausschließlich für unser Museum noch zu entwickeln und berührt den Urverein noch nicht.

Mit ganz neuen und offenen Strukturen, einem modernen Marketing, zusätzlich mit solch jüngeren Museums-Fachleuten besetzt, wäre vieles einfacher und professioneller zu realisieren. Bitte äußert Euch zu diesem Thema darüber am Schluss, in Sonstiges und freie Aussprache im letzten Tagesordnungspunkt. Wir sammeln euere Meinungen ein, die dann in unsere Diskussionen in der Vorstandschaft und in einen künftigen Entscheidungs-prozess einfließen werden.

Habe ich etwas vergessen ?

Glückauf!

Peter Glück

© Bergknappen-Verein Penzberg OB e.V. 2018