Geschichte des Bergbaus in Penzberg

Kapitel 1 - Die AnfängeFlurl_Beschreibung der Gebirge

Zeugnisse von Grabungen und Schürfungen nach Kohle auf Penzberger Boden, dessen Grundherr das Klosters Benediktbeuern war, sind seit Mitte des 16. Jahrhunderts belegt. Auskunft gibt die Schrift des Archivars des Klosters, Pater Karl Meichelbeck. Das Wissen um die Kohlelagerstätten ging im 30-jährigen Krieg verloren. Mit der wirtschaftlichen Erholung im 17. und 18. Jahrhundert stieg der Bau- und Brennstoffbedarf: für die Bautätigkeit des Adels, der Städte und Klöster, für den wachsenden Betrieb von Salinen und Erzschmelzen. Vor allem Ziegeleien und Kalköfen waren damals Großverbraucher, doch auch der Hausbrand wollte versorgt sein. Holz wurde kapp und teuer – man besann sich auf andere Energieformen.

1785 wurde mit der ersten Karl-Theodor-Zeche ein erster kurfürstlicher Bergbauversuch bei Spensberg unter dem Bergrat von Limbrun unternommen. Abgebaut wurde Pechkohle im Grabenbruch des Säubachs unterhalb des Schloßbichls. Dieser Versuch geschah ohne Zustimmung des Grundherrn, des Abtes Amand Friz vom Kloster Benediktbeuern, der daraufhin energisch protestierte.

 

Mit dem ernsthaften Versuch eines geordneten Betriebes zur Kohlegewinnung und der Hoffnung auf Gewinn begann ein Streit um die Rechte. Das Kloster Benediktbeuern  bestritt dem kurfürstlichen Bergamt das Recht zum Abbau der Kohle, da es sich hierbei nicht um eine der Regalien des Bergbaues handele, die sich am Erzbergbau gebildet hatten. Hingegen sei das Kloster selbst Grundherr des Gebietes, d.h. einst vom Kaiser damit belehnt worden. 1795 entschied der Kurfürst jedoch den Regalienstreit für sich.

 

1790 durchforschten die Hofkammerräte Schütz und Utzschneider sowie der Berg- und Münzrat Matthias Flurl Oberbayern im Auftrag des Kurfürsten Karl-Theodor nach Bodenschätzen. Flurls „Beschreibung der Gebirge von Bayern“ von 1792 dokumentiert die Befunde und gibt Hinweise auf deren Verwertbarkeit.

 

„Jenseits der Loysach treffen sich im Benediktbairischen mehrere Flötze von Steinkohlen an. Man findet Spuren von ihren Lagern bey Bräunersried, vorzüglich aber gehen vier dergleichen Flötze bei Spensberg in einem Graben zu Tage aus. Eines davoSpitzwegn ist acht Schuhe mächtig, hat aber abwechselnde Lagen von gelblichbraunem mit etwas grau vermischten Stinkstein. Obgleich diese Kohlen unter die Art der Schieferkohlen gehören, so sind sie doch einige der besten, die ich bisher angetroffen habe. Sie liegen nur eine kleine halbe Stunde von der floßbaren Loysach entfernt, wie leicht liebster Freund! könnten sie zur Aushilfe des Brennmaterials nach München gebracht werden, wo schwerlich der Zentner über 20 Kreuzer zu stehen kommen würde!“

 

1796 wurde dem Bergrat Flurl die Karl-Theodor Zeche unterstellt. Dies führte zur Gründung der „Oberländischen Steinkohlegewerkschaft“, die von der Hofkammer mit außerordentlichen Privilegien, also Schürfrechten, ausgestattet war. Dem Kloster wurde ebenfalls ein Teil zugestanden und Abt Klocker nahm als Grundherr an der Feier zur Übereignung teil und fuhr sogar mit in die Grube ein.

 

1806 wurde diese wieder aufgelöst. Das Hauptproblem bildeten die hohen Transportkosten des Fördergutes, was damals nicht befriedigend zu lösen war und alle Abbauversuch immer wieder bald an ein Ende brachte. Die  Pechkohle auf Flößen über die Loisach oder mit Fuhrwerken zur Verschiffung über den Starnberger See zu bringen war zu teuer und zu langwierig. Die Penzberger Kohle war schlecht lagerbar, zerfiel schnell und war dann nicht mehr zu verkaufen.

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