Kapitel 8 - Sortierung

Die mit Stein versetzte Kohle mußte sortiert werden: Kohle wurde von Berge getrennt und nach Stückgröße in Sorten zusammengestellt. Denn selbstverständlich war die Korngröße für den Verkaufspreis entscheidend. Die Gebäude der Sortierung waren wegen der Förderbänder und Rätter von beträchtlicher Länge, wenngleich vieles lange Zeit Handarbeit von Frauen und Jugendlichen blieb.

1907 wurde eine neue Kohlenaufbereitungsanlage mit Kohlenwäsche eingerichtet, damit die reine Kohle qualitativ konkurrenzfähig blieb. Das Abwasser wurde in den Schlammweiher geleitet, wo sich Kohlengrieß und schwebende Kleinststücke absetzten. War der Absperrschieber der Kohlenwäsche defekt, klaubten Kinder und Frauen an den Sieben der Abflüsse die Bröckchen.

Die in den fünfziger Jahren eingerichtete Schwerflüssigkeitswäsche war ein vollautomatisierter Betrieb.

Kohlebunker und Güterbahnhof lagen gleich neben der Kohleaufbereitung. („Am alten Bahnhof“)
 

Wasser, Luft, Energieerzeugung

Der Kohlebergbau war eng an den Einsatz von Dampfmaschinen gebunden. 1796 hatte James Watt die Kompressions-Dampfmaschine erfunden und damit eine bis dahin unvorstellbare Verfügbarkeit von Kraft erschlossen. Kohle war nicht nur zu deren Betrieb notwendig, sondern Dampfmaschinen kamen auch bei der fortschreitenden Technisierung des Bergbaus selber sowie beim Transport mit der Eisenbahn zum Einsatz. Daher wurde zumeist minderwertige Kohle aus eigener Förderung auch zur Energieerzeugung für den eigenen Bedarf eingesetzt. Maschinenhäuser mit Pumpen, Kompressoren und Generatoren, die Kesselhäuser, gehörten so grundsätzlich zu den Bergwerksanlagen wie die Schornsteine und Fördertürme.

Die ersten ab 1840 in der Penzberger Grube eingesetzten Maschinen waren mit Dampf betriebene Fördermaschinen und Pumpen. Das Grubenwasser aus den wasserführenden Gesteinsschichten bildete hier immer eine besondere bergtechnische Herausforderung.

In den zwanziger Jahren kamen durch Verwendung von Druckluft Maschinen auch bei der eigentlichen Kohlegewinnung in Einsatz: Preßlufthämmer. Der Lärm untertage wurde teils beträchtlich, der Arbeitsrhythmus besonders der Säuberer und Schlepper steigerte sich. Wie immer beim Einsatz neuer Techniken ergab sich eine enorme Leistungssteigerung. Auch die Schüttelrutschen und  „Bremsen“ wurden mit Druckluft betrieben. Waren vorher die Abbaue bis zu 20 m lang, so nahm die Länge bis auf 100 m zu.

Bei dem ausgedehnten Streckennetz untertage war die Bewetterung (Belüftung) ein Problem. In Abständen wurden eigene Wetterschächte bis an die Oberfläche geführt, die nur dem Luftaustausch dienten. Grundsätzlich wurde mit den Luftströmungen gearbeitet, die durch die unterschiedlichen Temperaturen über-/bzw. untertage hervorgerufen wurden. Im Frühling und im Herbst veränderte sich die Strömungsrichtung, kurzfristig stand die Luft in der Grube.

Der erste große elektrische Ventilator mit 2,5 m Druchmesser wurde 1895 im Nonnenwald über einem Wetterschacht aufgestellt.

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