Station 12 - Güterbahnhof

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Stationsgebäude und Gleisanlagen des Güterbahnhofes um 1960
(Bild: Georg Reis)

Ein großes Problem für die Penzberger Grube war immer schon der Transport der Kohle zum Verbraucher. Sie musste teils mit Ochsenkarren und teils mit Flößen über die Loisach nach München transportiert werden. Die Frachtkosten waren also recht hoch, der Grubenbetrieb wurde deswegen einige Male eingestellt. Abhilfe konnte und sollte deshalb der Bau einer Eisenbahn bis Penzberg bringen. 1854 war sie bis Starnberg fertig. Im Oktober 1865 erreichte sie Penzberg. Der Bahnhof lag direkt am Grubengelände, der Abtransport war gesichert. 1898 wurde die Bahnlinie bis Kochel verlängert. Dazu wurde westlich des bereits bestehenden Bahnhofes ein weiterer errichtet. Penzberg hatte plötzlich zwei Bahnhöfe, wobei der Kohlebahnhof oder Güterbahnhof, wie er später genannt wurde, ein Kopfbahnhof war.

Dieser Güterbahnhof war nun rd. 100 Jahre lang die Hauptlebensader des Bergwerkes. In der Nachkriegszeit, als Kohle eine Mangelware war, gingen ca. 80% der verkaufsfähigen Kohle über den Bahnversand. Damals verließen täglich zwei lange Güterzüge mit Kohle beladen den Bahnhof. Kurz vor der Schließung der Grube 1966 waren es zwar nur noch ca. 40% der Förderung, aber immer noch ein Güterzug mit 25 – 30 Wagons, der täglich aus dem Bahnhof rollte. 1945 – 55 wurde vom Gütebahnhof zum Nonnenwaldschacht eine elektrifizierte Vollspur-Gleisanlage errichtet. Auch der Nonnenwaldschacht hatte jetzt einen direkten Bahnanschluss.

Nach der Stilllegung des Bergwerkes verringerte sich das Frachtaufkommen drastisch, der Bahnbetrieb kam zum Erliegen. 1977 wurde das Stationsgebäude abgebrochen, bis 1982 die restlichen Anlagen abgebaut und das gesamte Bahngelände in ein Gewerbegebiet umgewandelt. Dieser heutige Geh- und Radweg war damals das Verbindungsgleis vom Güterbahnhof zum Bergwerksgelände in Penzberg und zum Nonnenwald.

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Kohlenwäsche und beladene Güterwagen um 1930
(Bild: Stadtarchiv Penzberg)

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