Station 2 - Berg-Boggerl

Berg-BoggerlDas restaurierte Berg-Boggerl hat hier in der Nähe seines ursprünglichen Einsatzortes nach über 100 Jahren einen würdigen Platz gefunden.
Das bei der Gewinnung und Sortierung anfallende Neben-gestein, bergmännisch “Berge” genannt, wurde in Schachtnähe auf Halde gekippt. Dieser Transport wurde zu Beginn der Kohleförderung noch von Hand bzw. mit Pferden durch-geführt. Mit steigender Förderung wurde aber eine maschinelle Abförderung erforderlich und deshalb ab 1894 eine kleine Schmalspur-Dampflokomotive als Zugmaschine eingesetzt. Da die Abkippstellen immer weiter von den Schächten entfernt waren, mußte 1896 ein zweites Boggerl eingesetzt werden.
Nachdem schließlich wegen der gestiegenen Kapazität 1910 eine Berge-Drahtseilbahn errichtet werden musste, konnten diese beiden Lokomotiven anderweitig verwendet werden: eine Lok wurde am Nonnenwaldschacht weiterhin zum Bergstürzen, die zweite zum Transport des Grubenholzes von Penzberg zum Nonnenwald eingesetzt.
Nach dem Umbau der Tagesanlagen 1956 wurden beide Lokomotiven ausrangiert und standen auf dem Abstellgleis. Bei der Stilllegung des Bergwerkes wurde eine Lokomotive verschrottet, die zweite blieb erhalten, weil sie der Stadt als Attraktion für den Kinderspielplatz geschenkt wurde. Als sie dort gänzlich zu verrosten drohte, wurde sie zunächst sichergestellt, dann  von der Firma Lazarewitsch kostenlos restauriert und 1999 als Bergbau-Denkmal am heutigen Standort wieder aufgestellt.

Boggerl bei Holztransport
Berg-Boggerl beim Holztransport
(Bild: Bergknappen-Verein Penzberg e.V.)

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