Station 3 - Der “Tiefe Stollen”

Wasserstollen

Der Wasserstollen um 1922
Bild: Michael Mayr

Hier verläuft ca. 10m unter der Straßenoberfläche der 1828 aufgefahrene “Tiefe Stollen”.
Die 1796 gegründete Oberländische Stein-kohlengewerkschaft mußte rund 10 Jahre nach ihrer Gründung wegen Unrentabilität wieder aufgelöst werden. auch weitere Bergbauversuche erwiesen sich als unwirtschaftlich, sodaß auch die Karl-Theodor-Zeche aufgelassen (geschlossen) werden mußte. Um 1817 übernahm ein neuer Besitzer, Bernhard Freiherr von Eichthal, die aufgelassene Zeche, vergrößerte das Grubenfeld und ließ 1828 einen “Tiefen Stollen” in den Schachthügel treiben.
Der Stollen war 104 Lachter (rund 250m) lang, hatte einen Querschnitt von 2,50 x 2,00 Meter und war mit hölzernen Türstöcken ausgebaut. Er erschloß vier Flöze im Südflügel der Penzberger Mulde. Später wurde er verlängert und diente bis ca. 1850 der Kohlenabförderung der über der Stollensohle anstehenden Flöze.
Mit dem Abteufen der Tiefbauschächte (Karl-Schacht 1840 und Isabellen-Schacht 1851) auf dem Schachthügel war er für die Förderung entbehrlich und wurde nur noch zur Ableitung der Grubenwässer benutzt. Daher auch der Name “Wasserstollen”. Er wurde nachträglich ausgemauert und hat einen eiförmigen Querschnitt von 1,50 / 1,00 Meter. Inzwischen wurde er als Rückstaukanal in das städtische Kanalnetz mit einbezogen, ist noch begehbar und sorgt für die Entwässerung des Gewerbegebietes “An der Grube”.

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