Station 8 - Schlammweiher

Schlammbecken

Die betonierten Schlammbecken
(Bild: Stadtarchiv Penzberg)

Die aus den Penzberger Schächten geförderte Rohkohle enthielt etwas zur Hälfte unbrauchbares Nebengestein, die Berge. Ab 1890 wurde dieses Nebengestein in einer Trocken-Sieberei von Hand aussortiert. 1906 wurde eine neue Sieberei mit einer Kohlenwäsche erbaut. In dieser Aufbereitung, dem sogenannten Kohlenstadel, wurde die Rohkohle nun gebrochen, gewaschen und sortiert. Das bei der Wäsche anfallende Waschwasser wurde zum Teil aufbereitet und wieder verwendet. Doch vorab wurde das verschmutzte Wasser in betonierte Schlammbecken bei der Kohlenwäsche geleitet.
Nach dem Absinken des Grobschlammes konnte das vorgereinigte Wasser zur Vorwäsche wieder verwendet werden. Die verbliebene schlammige Brühe wurde durch eine Rohrleitung in die drei hintereinander auf der Nordseite des Berghaufens angelegten Schlammweiher (Klärteiche) gepumpt. Da die Wasserfläche der drei Weiher sehr groß war, je Weiher etwa 50/80 Meter, konnte sich der Feinschlamm in Ruhe absetzen. Das geklärte, saubere Wasser wurde über Moosgräben zur Loisach abgeleitet. Die Dämme der Weiher wurden von Zeit zu Zeit mit Material vom Berghaufen erhöht. Nach der Grubenschließung wurden die Weiher als Bauschuttdeponien benutzt. Von den drei Schlammweihern sind die beiden ersten bereits verfüllt, der dritte ist auch schon verlandet und wird zurzeit aufgefüllt. Auf dem ehemaligen ersten Weiher befinden sich jetzt die Tennisplätze und die Sommerstockbahn, auf dem zweiten die Festwiese für das Volksfest.

Berghalde mit Schlammrohrleitung_small

Am Fuße des nördl. Haldenzuges lagen die drei Schlammweiher
Im Bild unten: die Schlammrohrleitung
(Bild: Stadtarchiv Penzberg)

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