Station 9 - Bergseilbahn

Seilbahndenkmal

Seilbahndenkmal auf der Berghalde
(Bild: S. Horn)

Wie beim Berg-Boggerl bereits kurz beschrieben, bereiteten die anfallenden Abfallberge bald große Probleme. Sowohl der große Mannschaftsaufwand als auch die je nach Jahreszeit oft schwierigen Bodenverhältnisse und der Abtransport dieser Massen mit den Dampflokomotiven wurden bald unwirtschaftlich. Abhilfe konnte bei dem ebenen Gelände östlich des Schachthügels nur eine Drahtseilbahn schaffen. 1909 wurde diese Seilbahn in Auftrag gegeben und im April 1910 in Betrieb genommen.
Auf einer Länge von 1340m, mit 3 Eisen- und 6 Holzstützen bis in 30–50m Höhe konnten nun die Abfallberge problemlos frei ausgekippt werden.

Obwohl die Auskippstelle am Tragseil laufend verändert werden konnte und die Spitzen der Kippkegel mit Schrappern immer wieder abgetragen werden mussten, war nach 26 Jahren Betriebsdauer auch dieser Kippraum aufgefüllt. Da zudem große technische Schwierigkeiten dazukamen (unter anderem gab es Grudbrüche und Stützen, die immer wieder umstürzten) wurde eine neue Seilbahn erforderlich. Von der alten Beladestelle aus, nur etwas nach Süden verschwenkt, wurde 1936 ein 1460m lange Seilbahn mit 2 eisernen und 4 hölzernen, teilweise bis zu 50m hohen Stützen in Betrieb genommen. Diese zweite Seilbahn sorgte wiederum fast 20 Jahre lang für den reibungslosen Abtransport der Abfallberge, bis auch dieser Sturzraum zugeschüttet war.
Bergseilbahn um 1949

Bergseilbahn um 1949
(Bild: Bergwerksmuseum Penzberg)

1955 war es dann soweit: bei einer umfassenden Modernisierung der Bergwerksanlagen kam auch für die Bergedrahtseilbahn das Aus. Die Anlage wurde abgebaut und die hölzernen Stützen sowie die betonierte Umkehrstation gesprengt.
Mit großen Diesel-Muldenkippern wurden fortan die Waschberge und die Kesselasche in dem Taleinschnitt zwischen den beiden Seilbahngebirgen abgekippt.

Bergetransport mit Muldenkipper

Bergetransport mit Muldenkipper
(Bild: Bergwerksmuseum Penzberg)

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